Wildunfall – Was tun, wer zahlt und wie das Gutachten hilft
Ein Reh, ein Wildschwein, ein Fuchs auf der Straße – und plötzlich ein Schaden am Fahrzeug. Was bei einem Wildunfall sofort zu tun ist, welche Versicherung zahlt und wann ein Gutachten sinnvoll ist.
Wildunfälle gehören zu den häufigsten Unfallursachen auf deutschen Straßen, besonders auf Überlandstrecken rund um Köln, im Bergischen Land und im Rhein-Sieg-Kreis. Pro Jahr registriert der Deutsche Jagdverband über 300.000 Wildunfälle – die Dunkelziffer ist höher. Was passiert nach einem Wildunfall und worauf müssen Sie achten?
Was tun direkt nach dem Wildunfall?
- –Sofort anhalten und Warnblinklicht einschalten
- –Warndreieck aufstellen (mindestens 50–100 m vor der Unfallstelle)
- –Tier nicht anfassen – verletzte Wildtiere können beißen oder kratzen
- –Polizei oder Jagdpächter informieren (Fundwildmeldung ist Pflicht)
- –Unfallbescheinigung von der Polizei oder dem Jagdpächter ausstellen lassen – ohne diese kann die Versicherung die Leistung verweigern
- –Fotos von Schäden, Tier, Blut- oder Haarspuren und Unfallstelle machen
Welche Versicherung zahlt beim Wildunfall?
Das hängt vom Versicherungsvertrag ab:
- –Teilkaskoversicherung: Zahlt bei Schäden durch Haarwild (Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen). Manche Policen zahlen auch bei anderen Tierarten – im Vertrag nachschauen!
- –Vollkaskoversicherung: Zahlt immer, unabhängig von der Tierart. Achtung: Kaskoansprüche erhöhen den Schadenfreiheitsrabatt.
- –Kfz-Haftpflicht: Nicht zuständig – es gibt keine schuldige Gegenpartei.
Wichtig: Wenn Sie dem Tier ausweichen und dabei einen anderen Schaden verursachen (z.B. in den Graben fahren), zahlt die Teilkasko nur, wenn es sich um das typische Ausweichen handelt und der Tieranprall dokumentiert ist.
Wann ist ein Kfz-Gutachten beim Wildunfall sinnvoll?
- –Bei größeren Schäden – Fahrwerksschäden, Motorschäden, Verformungen der Karosserie – ist ein unabhängiges Gutachten sinnvoll, weil:
- –Nicht alle Schäden auf den ersten Blick sichtbar sind (Unterboden, Achsgeometrie)
- –Gutachten und Versicherungs-Schadenbericht deutlich differieren können
- –Ein vollständiges Gutachten den Gesamtschaden dokumentiert und Kürzungen verhindert
Bei Schäden unter ca. 750 Euro genügt in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt.
Trick der Versicherungen beim Wildunfall
Manche Versicherungen zahlen nur bei Haarwild – also nicht bei Vögeln, Hunden oder anderen Tieren. Prüfen Sie Ihren Vertrag genau. Und: Ohne Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Jagdpächter wird die Leistung häufig verweigert. Dokumentieren Sie deshalb immer.
Fazit
Nach einem Wildunfall gilt: Sicher anhalten, dokumentieren, Bescheinigung holen und bei größerem Schaden ein unabhängiges Gutachten beauftragen. Als Kfz-Sachverständiger in Köln helfe ich Ihnen dabei, den Schaden vollständig zu erfassen und gegenüber der Versicherung durchzusetzen.
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